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Wie ein neues Coaching-Zentrum in Glendale die mentale Unterstützung für Schüler neu definiert

Auch in den USA wird der Spalt zwischen schulischer Betreuung und außerschulischer Unterstützung größer.

Wie ein neues Coaching-Zentrum in Glendale die mentale Unterstützung für Schüler neu definiert

In Glendale, Arizona, hat jetzt das „Life Coaching Center 4 Kids" eröffnet – ein Angebot, das laut Gründerin Michaesha Hinton gezielt von Schulberatern für Schüler empfohlen wird, die im Schulalltag allein nicht mehr aufgefangen werden. Für die deutsche Debatte um Übergänge von der Schule in den Beruf ist das mehr als eine Randnotiz.

Brücke statt Insellösung

Das Konzept ist einfach beschrieben und genau deshalb wirksam: Die Schulberater im Distrikt verweisen Schüler mit akutem Förderbedarf an das externe Center, weil Betreuung nicht an der Schultür enden dürfe, so Hinton. Parallel dazu hat der Glendale Elementary School District nach eigenen Angaben über eine Million US-Dollar an staatlichen Fördermitteln erhalten, um in diesem Schuljahr an zwölf Schulen zusätzliche Berater fest zu platzieren. Norma Jáuregui, zuständige Assistant Superintendent für Verhaltensgesundheit und Sicherheit im Distrikt, formuliert das Ziel so: Man wolle sicherere und fürsorglichere Lernumgebungen schaffen, in denen jeder Schüler bestehen könne.

Was deutsche Praktiker davon mitnehmen

Zwei Punkte sind übertragbar – ohne dass das US-Modell eins zu eins kopiert werden müsste. Erstens: Die Übergabekante ist klar benannt. Die Schule erkennt an, dass ihre Reichweite endet, und benennt einen konkreten externen Partner, der nahtlos weiterarbeitet. Zweitens: Beide Seiten – Distrikt und externes Center – kommunizieren diese Kooperation offen, statt sie im stillen Kämmerlein laufen zu lassen. Genau an dieser Klarheit der Rollen und Verantwortlichkeiten hapert es in Deutschland im Übergang Schule, Ausbildung und Beruf häufig. Wer hier den Schwarzen Peter weiterreicht, verliert am Ende die Jugendlichen.

Worauf jetzt zu achten ist

Das Center ist neu. Ob das Angebot nach der ersten Welle an Überweisungen die Qualität hält und ob die zugesagten Beraterstellen an den zwölf Schulen tatsächlich besetzt werden, ist offen. Für alle, die in Deutschland Jugendcoaching, Schulsozialarbeit oder Übergangsmanagement verantworten, lohnt die ehrliche Bestandsaufnahme: Wo klaffen in der eigenen Region Lücken zwischen schulischer Unterstützung und externem Coaching – und wer ist formal befugt, diese Lücke zu schließen? Wer diese Frage nicht beantworten kann, hat bereits das erste Defizit benannt. Der nächste Schritt liegt auf dem Tisch.