Neues Mentoring-Programm am Judy Genshaft Honors College stärkt die berufliche Begleitung
Er beauftragte den Honors-Fakultätsangehörigen Mark Lane-Holbert mit der Entwicklung – Lane-Holbert hatte zuvor Mentoring-Initiativen im USF Housing and Residential Education und am Center for Urban…

Nach Angaben der University of South Florida startet das Judy Genshaft Honors College im Herbst ein semesterlanges Mentoring-Programm für seine Studierenden. Im Frühjahr lief bereits ein Pilot mit rund 20 Teilnehmenden – alle beteiligten Mentoren meldeten positive Erfahrungen, die Studierenden bewerteten die Begleitung als wertvoll. Auf dieser Basis weitet das College das Angebot jetzt offiziell auf die Campusse Tampa und St. Petersburg aus.
Vom Pilot zum Regelbetrieb
Den Anstoß gab Associate Dean Reginald Lucien, der von Alumni hörte, die sich stärker einbringen wollten. Er beauftragte den Honors-Fakultätsangehörigen Mark Lane-Holbert mit der Entwicklung – Lane-Holbert hatte zuvor Mentoring-Initiativen im USF Housing and Residential Education und am Center for Urban Transportation Research geleitet.
Das Programm verbindet Honors-Studierende mit Alumni und externen Fachkräften aus der Wirtschaft für Einzelgespräche, Workshops und gemeinsame Auftakt- sowie Abschlussveranstaltungen. Im Frühjahr pilotierten Lane-Holbert und Lucien das Format und pairten rund 20 Studierende mit Berufsleuten aus ihren Zielfeldern. Eine zentrale Idee: Nicht das sporadische Gespräch, sondern ein verbindlicher Rahmen mit klaren Touchpoints. Die USF setzt auf persönliche Treffen über das gesamte Semester, ergänzt um moderierte Workshops und reflektierende Aufgaben. Laut Lucien eignet sich das Angebot am besten für Studierende, die ihre Berufsinteressen bereits erkundet haben.
Drei Bausteine für den Übergang Schule-Beruf
Die folgenden Punkte lassen sich auf deutsche Ausbildungs- und Coaching-Programme übertragen:
- Struktur schlägt Zufall. Treffen, Themen und Ziele müssen vorher festgelegt sein. Wer als Mentee nur sporadisch mailt, bleibt erfahrungsgemäß ohne messbaren Fortschritt.
- Matching nach Berufsfeld. Die USF setzt auf Alumni, die im Zielfeld des Studierenden arbeiten. Allgemeine Karriere-Tipps ohne Branchenbezug bringen wenig.
- Bidirektionaler Nutzen. Die Programmverantwortlichen betonen, dass auch Mentoren profitieren – konkret: die Möglichkeit, eigene Erfahrungen gezielt weiterzugeben. Wer junge Leute begleitet, sollte diesen Punkt offen ansprechen und nicht stillschweigend voraussetzen.
Konkreter nächster Schritt
Wer selbst Mentoring anbietet oder sucht, sollte drei Punkte prüfen: Ist der zeitliche Rahmen verbindlich geregelt? Gibt es ein Matching nach Berufsfeld statt nach Sympathie? Steht am Ende ein sichtbares Ergebnis – ein Praktikumsplatz, eine Bewerbung, ein konkreter nächster Schritt? Wenn zwei dieser drei Fragen mit „nein" beantwortet werden, bleibt das Programm Beziehungsarbeit ohne Hebel.
Für Vereine, Schulen und Ausbildungsbetriebe in der Region heißt das: Nicht mehr Mentoring versprechen, sondern weniger besser strukturieren. Drei fixe Termine pro Halbjahr, dokumentierte Themen, ein Abschlussgespräch mit klarem Ergebnis – das reicht für einen Anfang. Wer Mentoring nur als „wir reden mal" verkauft, sollte die Erwartung sofort nach unten korrigieren.