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Protest in München: Schüler fordern Ende unangekündigter Exen

Wie die Abendzeitung München und die Süddeutsche Zeitung berichten, richtet sich der Protest unter dem Motto „Wir halten durch – so wie jeden Schultag" gegen unangekündigte Stegreifaufgaben – im…

Protest in München: Schüler fordern Ende unangekündigter Exen

Vor dem Bayerischen Kultusministerium in München haben Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresende ein 24-Stunden-Camp aufgebaut. Wie die Abendzeitung München und die Süddeutsche Zeitung berichten, richtet sich der Protest unter dem Motto „Wir halten durch – so wie jeden Schultag" gegen unangekündigte Stegreifaufgaben – im Schuljargon „Exen" – und gegen mündliches Ausfragen im Unterricht. Im Zentrum der Kritik steht das Festhalten der Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an diesen Prüfungsformaten.

Was genau kritisiert wird

Die Organisatoren des Camps benennen zwei konkrete Punkte: unangekündigte schriftliche Leistungsabfragen und spontanes mündliches Abfragen im Unterricht. Beide Formate erzeugen nach Darstellung der Initiatoren einen dauerhaften Leistungsdruck, weil jeder Schultag zum potenziellen Prüfungstag wird. Die Aktion ist bewusst auf den Zeitpunkt kurz vor den Sommerferien gelegt – dem Tag der Zeugnisausgabe. Damit soll sichtbar werden, welche Belastung sich über das gesamte Schuljahr aufgestaut hat.

Was bleibt davon für den Berufseinstieg

Hier wird es für dich konkret. Die Diskussion um Prüfungskultur ist kein Schülerthema, das am Ausbildungstor endet. Wer mit einer Berufsausbildung startet, kommt in eine Lernwelt, die nach anderen Regeln funktioniert:

  • Ankündigung statt Überraschung. In IHK-Prüfungen, Gesellenprüfungen und Zwischenprüfungen gibt es verbindliche Termine und vorab bekannte Prüfungsinhalte. Wer aus der Schule ständige Unvorhersehbarkeit gewohnt ist, tut sich anfangs schwer mit dieser Struktur – sie ist aber planbar.
  • Mündliches Abfragen gehört zum Arbeitsalltag. Im Handwerk und in technischen Berufen gehört das Fachgespräch mit dem Chef oder Meister zum Tagesgeschäft. Wer das in der Schule als Belastung empfunden hat, kann das bewusst als Trainingsfeld nutzen.
  • Leistungsdruck verlagert sich. Die Probezeit in den ersten drei Monaten einer Ausbildung ist die echte Bewährungsprobe. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, Aufträge ohne Vorwarnung korrekt umzusetzen, schlagen dort stärker zu Buche als Noten.

Was du jetzt tun kannst

Wenn dich der Druck an der Schule belastet, nutze die letzte Schulwoche für zwei Dinge: Erstens – kläre mit deinem Betrieb oder deiner Berufsschule, wie die Probezeit konkret abläuft und welche Erwartungen gestellt werden. Zweitens – sprich offen über Stress und Prüfungsangst, bevor sie mit ins Berufsleben wandert. Die IHK-Beratungsstellen und die Jugendberufsagenturen in Bayern bieten dafür kostenlose Termine an.

Der Protest vor dem Ministerium ist ein Signal. Dein Job ist es, daraus eine klare Haltung für deinen eigenen Weg zu machen: weg vom Reagieren auf Überraschungen, hin zum aktiven Planen der eigenen Lern- und Arbeitsschritte.