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Karriere durch Mentoring: Warum persönliche Kontakte den entscheidenden Unterschied machen

Nach Angaben der Pädagogischen Hochschule Heidelberg ist die fünfte Runde des hochschulübergreifenden Mentoringprogramms m.powerment gestartet.

Karriere durch Mentoring: Warum persönliche Kontakte den entscheidenden Unterschied machen

Das Programm richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und verbindet persönliche Begleitung mit Peer-Mentoring und hochschulübergreifender Vernetzung. Für Schülerinnen und Berufseinsteigerinnen liegt die praktische Botschaft auf der Hand: Karriereplanung funktioniert nicht nur über gute Leistungen, sondern auch über belastbare Kontakte und klare nächste Schritte.

Mentoring ist kein loses Netzwerk

Bei m.powerment arbeiten Mentees in Tandems mit einer erfahrenen Professorin oder einem erfahrenen Professor. Dazu kommen Peer-Teams, in denen sich die Teilnehmerinnen gegenseitig beraten und unterstützen. Die Auftaktveranstaltung behandelte unter anderem Karriereentscheidungen, Umwege, Rollenwechsel in der Wissenschaft sowie die Frage, wie Sichtbarkeit und Beziehungen im Wissenschaftssystem aufgebaut werden.

Das ist ein konkreter Unterschied zu unverbindlichen Networking-Angeboten. Ein Kontakt allein bringt noch keinen beruflichen Fortschritt. Entscheidend ist, ob daraus ein regelmäßiger Austausch, eine fachliche Rückmeldung oder eine realistische Einschätzung des nächsten Karriereschritts entsteht.

Für die aktuelle Programmrunde 2026–2028 wurden neue Mentees aufgenommen. Gleichzeitig wurden Teilnehmerinnen der vorherigen Runden verabschiedet und mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Die Veranstaltung diente damit nicht nur dem Kennenlernen, sondern verband Einstieg, Erfahrungsaustausch und Übergang in die nächste Phase.

Auch in Hessen starten neue Mentoring-Tandems

Ein ähnliches Signal kommt von der Technischen Hochschule Mittelhessen. In den neuen Jahrgang der Programme von Mentoring Hessen starteten insgesamt 324 Mentoring-Tandems. Die Angebote begleiten Frauen auf dem Weg durch Wissenschaft und Wirtschaft – von der Studentin bis zur Professorin oder Führungskraft.

Die Programme sind nach Zielgruppen aufgeteilt:

  • ProCareer.MINT richtet sich an Studentinnen aus MINT-Fächern in der Orientierungs- und Entscheidungsphase.
  • ProCareer.Doc begleitet Doktorandinnen und frühe Postdoktorandinnen bei der weiteren Karriereorientierung.
  • ProAcademia richtet sich an Wissenschaftlerinnen, die eine akademische Laufbahn anstreben.
  • ProProfessur unterstützt promovierte Wissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Universitäts- oder HAW-Professur.

Zum Programm gehören One-to-one-Mentoring, Workshops und Networking-Angebote. Bei ProCareer.Doc, ProAcademia und ProProfessur ist außerdem Peer-Mentoring vorgesehen. Die Zahlen zeigen: Mentoring ist längst kein Einzelprojekt mehr. Allein im neuen Jahrgang von Mentoring Hessen wurden 145 MINT-Studentinnen, 99 Doktorandinnen und Postdoktorandinnen, 34 angehende Professorinnen sowie 46 Teilnehmerinnen auf dem Weg zur Professur aufgenommen.

Was Interessierte jetzt prüfen sollten

Wer ein Mentoring-Angebot nutzen will, muss zuerst die eigene Phase sauber einordnen. Studentin, Doktorandin, Postdoktorandin und angehende Professorin sind keine austauschbaren Kategorien. Das Programm muss zum aktuellen Ziel passen. Ein Angebot für die berufliche Orientierung im Studium löst nicht automatisch die Fragen einer wissenschaftlichen Karriere.

Prüfen Sie deshalb in dieser Reihenfolge:

1. Passt die Zielgruppe? Entscheidend sind Studien- oder Karrierestufe und gegebenenfalls das Fachgebiet.

2. Welche Begleitung ist enthalten? One-to-one-Mentoring, Peer-Austausch, Workshops und Netzwerktreffen erfüllen unterschiedliche Funktionen.

3. Welches konkrete Ziel soll erreicht werden? Ein klares Profil, eine Entscheidung zwischen Karrierewegen oder die Vorbereitung auf den nächsten beruflichen Schritt.

4. Wann beginnt die Bewerbung? Für ProCareer.MINT und ProCareer.Doc mit Start im Juni 2027 ist die nächste Bewerbungsphase vom 1. Oktober bis 1. Dezember 2026 angekündigt.

Für Schülerinnen und junge Erwachsene ist der direkte Zugang zu diesen Hochschulprogrammen nicht automatisch gegeben. Trotzdem lässt sich das Prinzip übertragen: Wer Unterstützung sucht, sollte nicht allgemein nach „Kontakten“ fragen, sondern nach einer Person oder einem Programm, das zur eigenen Phase passt. Formulieren Sie das Ziel in einem Satz, prüfen Sie die Zugangsvoraussetzungen und halten Sie den nächsten Termin fest. Ohne diesen Schritt bleibt Vernetzung nur ein guter Vorsatz.