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Hessen: Grüne wollen eigene Tablets ab Klasse sieben und Erhalt von über 800 Stellen

Die Grünen im hessischen Landtag legen vor dem Schulstart am Montag den Finger in die Wunde: 500 Stellen bei Sprachkitas, 300 Stellen für Brennpunktschulen und 90 Stellen an Integrierten…

Hessen: Grüne wollen eigene Tablets ab Klasse sieben und Erhalt von über 800 Stellen

Die Grünen im hessischen Landtag legen vor dem Schulstart am Montag den Finger in die Wunde: 500 Stellen bei Sprachkitas, 300 Stellen für Brennpunktschulen und 90 Stellen an Integrierten Gesamtschulen seien weggefallen – obwohl die Landesregierung die Kürzungen nach eigenem Bekunden auf ein Haushaltsjahr begrenzt hatte. Fraktionsvorsitzender Mathias Wagner und der bildungspolitische Sprecher Daniel May fordern jetzt die Rücknahme. Für junge Leute, die demnächst von der Schule in Ausbildung oder Beruf wechseln, steht hier mehr auf dem Spiel als ein Posten in einer Tabelle.

Wo gespart wurde – und was die Opposition einlöst sehen will

Die Landesregierung hatte die Sparmaßnahmen im Bildungsbereich zeitlich begrenzt angekündigt. Die Grünen rechnen vor: 500 Stellen bei Sprachkitas, 300 Stellen an Brennpunktschulen und 90 Stellen an Integrierten Gesamtschulen sind nach ihrer Zählung gestrichen. „Wir fordern, dass sie ihr Wort hält", so Wagner und May. Sprachförderung, Unterstützung in sozial belasteten Lagen und das IGS-Angebot – das sind keine weichen Posten. Wer in zwei, drei Jahren einen Ausbildungsplatz sucht, hängt direkt daran, ob die Schule neben dem Stoff auch diese Standbeine liefert oder nur den Stundenplan füllt.

Tablets ab Klasse 7 und Ganztagsbetreuung

Die zweite Forderung betrifft die digitale Grundausstattung. „Der Einsatz von Tablets und moderner Lernsoftware muss endlich für unsere Schulen so selbstverständlich möglich werden wie die Nutzung von Büchern und anderem Lernmaterial", erklären die Grünen. Ab Klasse 7 soll jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Gerät bekommen, fest verankert im pädagogischen Konzept. Wer in handwerkliche oder technische Berufe geht, weiß: Wer am ersten Ausbildungstag keine digitale Stückliste lesen, kein Wartungsprotokoll führen und keine App auf dem Werks-Tablet bedienen kann, fängt von hinten. Hier entscheidet sich, ob die Schule diesen Rückstand schließt oder offenlässt. Parallel startet mit dem neuen Schuljahr an Grundschulen der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, zunächst in den ersten Klassen, dann schrittweise ausgeweitet. Die Grünen werfen dem Kultusminister vor, er „verweist auf die Zuständigkeit der Kommunen" – „ebenso billig wie falsch". Für Familien die entscheidende Frage: Welche Plätze gibt es am Standort tatsächlich, welche Anmeldefrist läuft schon?

Was jetzt zu prüfen ist

  • Gegenrechnen: Welche konkreten Stellen an welcher Schulform in Hessen wirklich betroffen sind – die Oppositionszahlen gegen die Angaben des Kultusministeriums abgleichen.
  • Tablet-Praxis: Wie die eigene Schule das Vorhaben umsetzt – Leihgerät mit Versicherung, festes pädagogisches Konzept, oder weiter Alibi-Laptop im Klassensaal.
  • Ganztag am Standort: Welche Betreuungsplätze ab Tag eins verfügbar sind und welche Vereins-, Job- und Bewerbungstermine dadurch überhaupt reinpassen.
  • Übergang Schule – Ausbildung: Welche Programme in der eigenen Region tatsächlich greifen – nicht nur auf dem Papier.