Handyverbot bis Klasse 8 und Lehrplanreform: Sachsen startet Schuljahr 2026
Wie das sächsische Kultusministerium mitteilt, beginnt am Montag (17. August) für rund 527.300 Schüler das Schuljahr 2026/27 in Sachsen.

Gleichzeitig tritt ein erweitertes Handyverbot in Kraft und die Modernisierung aller 528 Lehrpläne startet – erstmals seit 2004.
Personal und Verteilung
905 neue Lehrkräfte hat das Ministerium eingestellt: 731 grundständig ausgebildete, 157 Seiteneinsteiger, 17 pädagogische Fachkräfte. 87 der voll ausgebildeten Lehrer stammen aus anderen Bundesländern. Das Grundproblem bleibt laut Kultusminister Conrad Clemens (CDU) die ungleiche Verteilung: Viele Bewerber wollen ausschließlich in Leipzig und Dresden arbeiten, gleichzeitig muss ganz Sachsen versorgt werden. Wer als Berufseinsteiger bereit ist, den Standort zu wechseln, erhöht seine Einstellungschancen – das Prinzip gilt für jeden Ausbildungsbetrieb.
Handyverbot und Lehrplanreform
Das bestehende Handyverbot an Grundschulen und in der Primarstufe der Förder- und Gemeinschaftsschulen wird auf die Klassenstufen 5 bis 8 ausgeweitet. Das Ministerium hat Umsetzungshinweise für die Schulen bereitgestellt. Wer ab dieser Woche in Klasse 5 bis 8 sitzt, hat im Schulbetrieb kein Smartphone mehr in der Hand. Für den Übergang in die Berufsschule und in den Betrieb heißt das: Wer mit dieser Disziplin klar kommt, fällt im späteren Arbeitsalltag weniger auf – Aufmerksamkeit bleibt eine messbare Anforderung.
Erstmals seit 2004 werden alle 528 Lehrplandokumente aller Fächer und Schularten parallel überarbeitet, Abschluss bis 2030. Schwerpunkte: Digitalisierung, Demokratie- und Medienbildung, sprachliche Bildung. Das Lernsystem „bettermarks" bleibt für die Klassen 5 bis 12 verfügbar und wird ab Klassenstufe 3 geöffnet. Für die Klassen 5 bis 8 wird ein Medienpass eingeführt, für die Primarstufe der Orientierungsrahmen „Medienbildung ab Klasse 1". Wer diese Nachweise in der Bewerbung mitführt, hebt sich in den nächsten Jahren sichtbar ab.
Was du jetzt prüfen und tun kannst
- Schüler in Sachsen: Frag in der Klassenleitung nach, welche der neuen Bausteine (Medienpass, bettermarks, Orientierungsrahmen) tatsächlich an deiner Schule laufen. Nicht jede Schule setzt alles um.
- Eltern von Kindern ab Klasse 5: Das Verbot greift schulweit. Wer jetzt ein Zweithandy für den Schulweg organisiert, spart sich Diskussionen am Schultor.
- Übergang Schule → Beruf: Sammle Nachweise aus dem Medienpass und vergleichbaren Formaten. Digitale und mediale Kompetenzen werden in Bewerbung und Probearbeit stärker gewichtet – das ist absehbar, nicht spekuliert.
- Einstieg über Seiteneinstieg oder Assistenz: Der Doppelhaushalt 2027/2028 sieht 800 Stellen für Assistenzkräfte und 700 für pädagogische Fachkräfte vor. Dazu kommen im aktuellen Schuljahr 58 zusätzliche Vollzeitäquivalente aus der erhöhten Unterrichtsverpflichtung der Referendare, im zweiten Halbjahr rund 112. Wer nicht den klassischen Lehramtsweg gehen will, hat in Sachsen reale Einstiegschancen – vorausgesetzt, er ist bereit, nicht nur Leipzig und Dresden auf der Karte zu haben.