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XJTLU erweitert Mentoring-System: Fünf Rollen für individuelle Lernwege

Die Xi'an Jiaotong-Liverpool University (XJTLU) erweitert nach eigenen Angaben ihr Betreuungssystem und führt eine neue Rolle ein: den Learning Path Mentor (LPM).

XJTLU erweitert Mentoring-System: Fünf Rollen für individuelle Lernwege

Damit wächst das bisherige Vier-Mentoren-Modell auf fünf klar getrennte Rollen – offiziell als „Five-Star Student Support System" bezeichnet. Der Startschuss für die Studierenden fiel in dieser Woche; die persönliche LPM-Zuordnung ist über das Uni-Portal e-Bridge abrufbar.

Das Fünf-Rollen-Modell im Detail

Bereits vorher standen vier Mentorentypen im Einsatz: akademische Mentoren, persönliche Tutoren, Peer-Mentoren und externe Mentoren. Mit dem LPM kommt eine fünfte Rolle hinzu, die laut Universität Verwaltungs-Know-how und pädagogische Begleitung bündelt. Feifei Zhu, Operations Director for Education an der XJTLU, erläutert den Anspruch: Der LPM soll Studierenden helfen, Richtlinien zu verstehen, Übergänge zu erkennen und ihren eigenen Lernweg aktiv zu entwerfen.

Zhu ergänzt mit Blick auf die Uni-Kultur: Jedes Mitglied der Universität sei auch in einer Erziehungsrolle, weil studentisches Wachstum nicht nur im Hörsaal passiere, sondern in jeder Interaktion mit Verwaltung, Fachbereichen und Service-Stellen. Die fünf Mentorentypen behalten ihre eigenen Profile, sollen aber als gemeinsames Ökosystem funktionieren.

Was sich für eigene Angebote daraus ableiten lässt

Vorsicht: Das XJTLU-Modell lässt sich nicht direkt auf freie Träger, Schulbegleitung oder Vereinsstrukturen in Bayern übertragen. Dafür sind Auftrag, Datenschutz, Schweigepflicht und Zielgruppen zu unterschiedlich. Wertvoll ist aber der prüfende Blick auf die eigene Rollenstruktur.

In vielen Angeboten der Schüler- und Übergangsbegleitung laufen Erstgespräch, Bewerbungshilfe, Elternarbeit und Kriseninteraktion diffus nebeneinander her. Die Folge sind entweder Lücken – etwa zwischen letzter Schulwoche und Ausbildungsstart – oder Doppelarbeit, weil zwei Stellen denselben Jugendlichen betreuen, ohne es zu wissen. Genau dieses Nebeneinander will das Fünf-Rollen-Modell verhindern.

Konkreter Handlungsschritt: Schreibt die aktuellen Zuständigkeiten in eine einfache Tabelle. Spalten: Bereich, zuständige Person, Aufgabe, Übergabepunkt an die nächste Stelle. Zeigt die Tabelle einer zweiten Person, die mit dem jeweiligen Fall nichts zu tun hat. Findet Ihr dabei Überschneidungen oder unbesetzte Übergänge, ist das Euer nächster konkreter Arbeitsauftrag – nicht erst zum nächsten Schuljahresstart, sondern jetzt. Eine fünfte Rolle muss es nicht werden; oft reicht eine klare Zuordnung der bestehenden drei bis vier.