Mentoring-Modell für Jugendliche: Wie gezielte Berufsorientierung gelingt
aut Newham Recorder startet im Londoner Stadtbezirk Newham im Oktober 2026 ein neues Mentorenprogramm der Aleto Foundation für 17- und 18-Jährige.

Das Angebot richtet sich gezielt an Jugendliche, die zwischen Studium, Ausbildung und direktem Berufseinstieg abwägen, und wird durch die Gosling Foundation finanziert. Für die deutsche Leserschaft ist das Modell weniger als konkrete Anlaufstelle relevant – es zeigt vor allem, wie ein verbindliches Förderformat jenseits von Broschürenberatung aussieht.
Drei Bausteine, die das Format tragen
Das Programm setzt auf eine klare Reihenfolge statt auf ein diffuses Beratungsangebot.
- Eintägiger Workshop am 28. Oktober 2026 bei der Collinson Group in London Bridge. Inhalte: persönliche Stärken identifizieren, Bewerbungsunterlagen erstellen, Sicherheit in Vorstellungsgesprächen und professionellen Gesprächen aufbauen. Jeder Teilnehmer geht mit einem schriftlichen 90-Tage-Aktionsplan nach Hause.
- Anschließendes Gruppen-Mentoring online, geleitet von Alumni der Aleto Foundation. Sie kennen den Weg in Ausbildung, Studium oder Job aus eigener Erfahrung.
- Programmlaufzeit Oktober 2026 bis März 2027. Plätze sind kostenlos, aber begrenzt. Bewerbungsschluss ist der 2. Oktober 2026. Kontakt läuft über [email protected].
CEO David Villa-Clarke von der Aleto Foundation macht in der Meldung deutlich, dass das Angebot vor allem für Jugendliche ohne etablierte berufliche Netzwerke gedacht ist – also genau jene, denen familiäre Kontakte in die Berufswelt fehlen.
Was am Format für deutsche Bewerber zählbar ist
Das britische Programm lässt sich nicht eins zu eins übertragen. Drei Prinzipien sind trotzdem direkt anwendbar:
- Enge Zielgruppe statt Gießkanne. 17 und 18 ist das Alter, in dem IHK-Bewerbungsfristen, Ausbildungsstart 1. August/1. September und Studienorientierung zusammenfallen. Wer hier ansetzt, trifft den Entscheidungspunkt.
- 90-Tage-Plan statt wolkiger Empfehlung. Ein schriftlicher Plan, der Woche für Woche festhält, was zu tun ist, schlägt jedes generische „Bewirb dich mal“-Coaching.
- Alumni als Mentoren. Ehemalige, die den Ausbildungs- oder Studienweg selbst gegangen sind, haben eine andere Glaubwürdigkeit als externe Berater, die den Betriebsalltag nur theoretisch kennen.
Konkreter Handlungsauftrag für den eigenen Standort
Wer nicht in Newham, sondern in Deutschland vor der Berufswahl steht, kann das Prinzip sofort anwenden.
- Bewerbungsfristen der zwei bis drei favorisierten Ausbildungsberufe recherchieren und fix im Kalender eintragen.
- Probearbeitstage oder Hospitationen gezielt anfragen – je Betrieb ein konkretes Datum.
- Wöchentliche Lernzeit für Mathe, Deutsch und Englisch blocken, falls ein Auswahltest ansteht.
- Eine Person suchen, die den angestrebten Weg bereits geht – Ausbilder, Azubi im zweiten Lehrjahr, Studierende höherer Semester – und konkret um zwei Termine bitten.
Wer kein privates Netzwerk hat, fragt bei Handwerkskammer, IHK oder Berufsberatung der Agentur für Arbeit nach konkreten Kontaktpersonen. Die Bewerbungsfrist in Newham ist der 2. Oktober – wer eine vergleichbare deutsche Frist verpasst, etwa verspätete Bewerbungen für das Ausbildungsjahr 2026/2027, zahlt den Preis selbst, in Form von Wartezeit oder Notlösungen. Genau diesen Druck will das britische Programm abbauen.