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Laufen als Lebensschule: Wie das Projekt discover YOUR best Jugendliche stärkt

de berichtet, hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gemeinsam mit Nike nach einer fünfwöchigen Pilotphase an fünf Münchner Schulen das Schulprojekt „discover YOUR best" im Münchner Olympiapark abgeschlossen.

Laufen als Lebensschule: Wie das Projekt discover YOUR best Jugendliche stärkt

athletik.de berichtet, hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) gemeinsam mit Nike nach einer fünfwöchigen Pilotphase an fünf Münchner Schulen das Schulprojekt „discover YOUR best" im Münchner Olympiapark abgeschlossen. Rund 450 Schülerinnen und Schüler nahmen am Abschlussevent teil. Was steckt hinter dem Format – und was lässt sich daraus für Ausbildung und Berufseinstieg mitnehmen?

Was konkret an den Schulen lief

Kein klassischer Sportunterricht von der Stange. Die Klassenstufen sieben und acht erlebten fünf Wochen lang ein Format, das Bewegung mit Selbstwahrnehmung und Kreativität verknüpft. Im Sport: erste Lauferfahrungen, verschiedene Facetten des Laufens kennenlernen. Im Kunstunterricht: Eindrücke verarbeiten. Motto: „Running for YOU". Tempo, Vorerfahrung und Leistungsniveau spielen keine Rolle – jede und jeder soll einen eigenen Zugang zur Bewegung finden.

Beim Abschlussevent im Münchner Olympiapark wurde die Idee sichtbar. Die Schüler:innen durchliefen mehrere Stationen:

  • Zeitschätzlauf: im Klassenteam das eigene Tempo einschätzen und eine vorgegebene Zeit möglichst genau treffen.
  • Biathlon-Staffel: Teamgeist und gegenseitige Unterstützung stehen im Mittelpunkt.
  • Kreativecke: T-Shirts mit Patches gestalten, persönliche Eindrücke aus dem Projekt festhalten.
  • Workshops der Nike Coaches zum Einstieg ins Running.
  • Chill Area und Cheering Contest – Gemeinschaft und Motivation im Vordergrund.

Ein Highlight war der Talk mit den Athlet:innen Vanessa Mikitenko und Noah Cais. Beide sprachen offen über Motivation, Umwege und die Frage, warum es sich lohnt, den eigenen Weg zu gehen – und stellten sich den Fragen der Jugendlichen.

Was das jenseits der Sportstunde bringt

Genau hier liegt der Wert für Ausbildung und Beruf. Wer mit dreizehn, vierzehn Jahren einmal erlebt, dass er eine Strecke im eigenen Tempo durchhalten kann, wer im Team eine Rolle übernimmt und beim Cheering Contest erfährt, dass Anfeuern zählt, der übt Fähigkeiten, die in jedem Betrieb gebraucht werden: Selbstvertrauen, Körpergefühl, Frustrationstoleranz, Verlässlichkeit. Diese Eigenschaften stehen nicht auf dem Zeugnis – aber jeder Ausbilder im Handwerk kennt den Unterschied zwischen einem Bewerber, der etwas durchzieht, und einem, der beim ersten Widerstand aussteigt. Keine pädagogische Sonntagsrede, sondern handwerkliche Vorbereitung auf das, was nach der Schule kommt.

Was Schulen und Eltern jetzt tun können

Die Pilotphase in München bildet laut DLV den Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Formats. Konkrete Termine für eine Ausweitung auf weitere Schulen, Städte oder Bundesländer sind bisher nicht kommuniziert. Wer als Schule, Träger oder Verein am Ball bleiben will, sollte drei Punkte abarbeiten:

1. Regionale Angebote prüfen: Gibt es vor Ort Kooperationen mit Sportverbänden, die ein ähnliches Format anbieten?

2. Elemente übertragen: Zeitschätzlauf, Staffel mit Wechsel und Kreativstation lassen sich mit wenig Aufwand in eine Projektwoche oder einen Wandertag einbauen.

3. Schulleitung ansprechen: Wer das Thema jetzt auf den Tisch bringt, hat gute Chancen, bei der nächsten Pilotphase dabei zu sein.

Wer nicht warten will, bis DLV und Nike ausrollen: Geht mit dem Kind laufen. Tempo egal. Hauptsache, der Siebtklässler lernt, dass er eine Strecke durchhält – und dass Durchhalten nichts mit Leistungsdruck zu tun hat.